Zeitung macht Schule (Nov. 2004)

"Zeitung macht Schule" ist eine Aktion, bei der sich Schülerinnen und Schüler während Projektwochen intensiv mit der Tageszeitung  beschäftigen. Die Lektüre der Saarbrücker Zeitung ist täglich in den Unterricht eingebunden. Auf diesem Weg werden die Jugendlichen an das Medium herangeführt. Im Rahmen des Projektes haben sie auch Gelegenheit, sich selbst als Journalisten zu betätigen.
Die ERS Beckingen nahm auch 2004 zum wiederholten Mal an dieser Aktion teil. Im folgenden sind einige Artikel der Klasse 10mb veröffentlicht, die im Rahmen des Deutschunterrichts (Herr Feichtner) erstellt wurden. 

Teenager-Schwangerschaften
Katastrophen durch Naturereignisse
Rauchen verkürzt die Lebenserwartung  
Warum die beste Band der Welt wirklich die beste Band der Welt ist  
Leben auf der Straße
Auch auf die Form kommt es an
Geht die Jugend jetzt zum Teufel?


Muss es so kommen?

Teenager-Schwangerschaften häufen sich in Deutschland seit einigen Jahren bedenklich, ebenso Schwangerschaftsabbrüche. Das liegt zum Teil auch am mangelhaften Wissen der Jugendlichen über Schwangerschaftsverhütung. Stell dir vor, du gehst zum Arzt. Du weißt, dass irgend etwas nicht mit dir stimmt. Nach gründlicher Untersuchung stellt der Arzt fest: Du bist schwanger! Ein tiefes Loch bildet sich vor dir. Es füllt sich mit Fragen. Warum? Wie konnte das passieren? Was soll ich jetzt tun? Teenager-Schwangerschaften häufen sich in Deutschland seit einigen Jahren bedenklich, ebenso die Schwangerschaftsabbrüche bei Minderjährigen. Eine Ursache dafür ist mangelhaftes Wissen. Das belegt eine Studie des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Mehr als 7000 minderjährige Mädchen brachten im Jahr 2000 in Deutschland ein Baby zur Welt -rund 45 Prozent mehr als 1998. Bei den unter 14-Jährigen verdoppelte sich im gleichen Zeitraum die Zahl der Mütter auf 161. Dramatisch stieg zudem die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Teenagern: Allein von 2000 auf 2001 wuchs sie von 5763 auf 6909. Ebenfalls um 20 Prozent nahmen die Abbrüche bei Mädchen unter 14 Jahren zu, und zwar genau von 574 auf 696 Fälle. Diesen alarmierenden Trend erhärten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, das zu ähnlichen Ergebnissen kam. Worauf ist das zurückzuführen? Ein Grund ist, dass die Mädchen immer früher geschlechtsreif werden. Hierzulande bekommen Mädchen ihre erste Menstruation im Durchschnitt bereits mit zwölf Jahren. Viele sind sogar schon mit neun oder zehn Jahren geschlechtsreif. Entsprechend früher machen viele ihre ersten sexuellen Erfahrungen. „Eine Folge des frühen Einstiegsalters in die Sexualität ist, dass etwa 18 Prozent der 14- bis 15-jährigen Mädchen beim ersten Geschlechtsverkehr nicht verhüten", so ein Mitarbeiter der Forschungsgruppe „Kinder- und Jugendgesundheit" des Robert-Koch-Instituts. Im Rahmen einer Studie mit 1911 Schülerinnen und Schülern aus Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen wurden 881 Mädchen aus den sechsten Klassen sowie 1030 Mädchen und Jungen aus den neunten oder zehnten Klassen befragt. Heraus kam Folgendes: Viele meinen mehr zu wissen, wissen aber im Grunde genommen, herzlich wenig. So überschatten z.B. Ängste das Thema Empfängnisverhütung. Diese werden zusätzlich durch den Gruppendruck „Ich hab schon" innerhalb der Clique verstärkt: 60 Prozent der befragten Mädchen befürchteten, die Pille mache dick; fast die Hälfte meint, sie könnte Krebs verursachen. Nahezu zwei Drittel trauten der Sicherheit des Verhütungsmittels nicht. Zudem schätzen die befragten Mädchen den Anteil der Altersgenossinnen, die bereits Geschlechtsverkehr haben, deutlich höher ein als die in Umfragen ermittelte Quote. So glaubten 40 Prozent der befragten Schülerinnen, dass 60 Prozent der 17-Jährigen den ersten Geschlechtsverkehr bereits hinter sich haben. Die tatsächliche Quote liegt aber nur bei 40 Prozent. Noch mehr als die Pille fürchten die Mädchen jedoch die Schwangerschaft. „Darum schließen viele Mädchen einen pragmatischen Frieden mit der Pille, ohne jemals über ihre Sorgen und Befürchtungen ausführlich sprechen zu können", sagt ein Sprecher des Instituts. Wir hoffen, dass es euch da draußen zum Nachdenken angeregt hat. Dieses Thema wird in unserer Gesellschaft meist wie Luft behandelt, weil es manchen Leuten peinlich ist darüber zu reden und dabei ist es so wichtig richtig informiert zu sein. Wir hoffen ihr seid unserer Meinung: Verhütung ist und bleibt wichtig.
von SELINA MARX und JESSICA HUCKERT  

Katastrophen durch Naturereignisse

Riesen-Tsuanmis, Supervulkane und Erdbeben könnten eine größere Gefahr darstellen als Terrorismus, behaupten Wissenschaftler. Globale geophysische Erscheinungen, oder auch „Gee Gee's" genannt (Global Geophysical Events), werden nach den Aussagen der Wissenschaftler nicht ernst genug genommen. Die Erdbevölkerung müsse diese Risiken beobachten und Strategien entwerfen, um im Falle einer Katastrophe richtig handeln zu können. Immerhin machen wir einige Fortschritte, um wenigstens das Risiko eines Meteoriteneinschlages zu verkleinern, so Forscher am Royal Institut, England. Seit dem 11. September sind wir akut auf die Gefahr des Terrorismus aufmerksam geworden. Regierungen weltweit treffen höchste Vorkehrungen gegen Terror, aber sind wir auf dem richtigen Weg in Hinblick auf gravierendere Gefahren? Gigantische Wasserwellen, die ganze Küstenstädte verwüsten können, Vulkane, die so groß sind, dass allein ihre Asche Häuser in einer Entfernung von 1500 km begraben kann, superstarke Erdbeben und Asteroideneinschläge. All dies sind sehr seltene Vorkommnisse und wir sind glücklich, wenn uns nichts von alledem widerfährt. Aber auf längere Zeit gesehen könnten „Gee Gee's" jedoch unser Verderben sein, wenn wir uns nicht auf den Ernstfall vorbereiten. Nach den Wissenschaftlern könnten vorsorgliche Vorbereitungen Tausende von Leben retten. „In jedem Jahr ist die Wahrscheinlichkeit solcher Naturkatastrophen sicher unter einem Prozent", sagte Bill MeGuire, Direktor des Benfield Grieg Hazard Research Centre. „Aber auf längere Zeit ist sie 100 Prozent. Wir müssen unser Bewusstsein ändern, Gefahren erkennen und die Überwachung verbessern. Wir müssen planen, was wir tun werden, wenn eines dieser Dinge passiert." Vulkanausbrüche und Erdbeben sind relativ gewöhnliche Vorkommnisse, aber „Gee Gee's" haben einen grundverschiedenen Maßstab. Die letzte Super-Vulkan-Eruption war 1815, als der Tambora in Indonesien gewaltsam explodierte. Dies war die größte Eruption in der Geschichte der Menschheit. Die Rauchsäule erreichte dabei eine Höhe von 44 Kilometer und die Asche fiel bis zu 1300 Kilometer vom Vulkan entfernt nieder - es starben dabei etwa 92 000 Menschen. Obwohl sie selten sind, müssen katastrophale Ereignisse wie diese ernst genommen werden.
von PASCAL KAUERAUF  

Rauchen verkürzt die Lebenserwartung

Jeder dritte Mann und fast jede vierte Frau in Deutschland sind laut Professor Dettlef Kirsten Raucher (von der Zeitschrift „Gesundheit“). Die meisten bringen es auf mehr als eine Packung am Tag. Wer früh ins Rauchen einsteigt und dabeibleibt, verkürzt seine Lebenserwartungen schneller, als er denkt. Doch für manche Leute ist es total egal. Am meisten Schüler sind sich nicht im Klaren, was mit ihnen in ein paar Jahren geschieht, denn es heißt „Hauptsache ich sehe damit echt cool aus.“ Aufhören ist schwer. Nach einer eigenen Umfrage in der Stadt „Dillingen", erzählten viele Raucher von ihrem Raucherleben und wie andere Leute damit umgehen. Durch diese Umfrage erfuhren wir, dass viele Raucher süchtig sind und dennoch dem Rauchen ein Ende setzen wollten, aber es nicht geschafft haben. Etwa vier von fünf Rauchern, die stolz verkünden, sie hätten letzte Woche ihre definitive letzte Zigarette geraucht, sind nach einem Jahr wieder auf Droge. Schuld daran ist das Nikotin. Sekunden nach der ersten Inhalation spürt der Tabakkonsument den wohligen Effekt es Suchtmittels. Mit dem Nikotin atmen Raucher allerdings rund 4000 weitere, hochgiftige Stoffe ein. Die Folge: 90 000 bis 140 000 Todesfälle jährlich, die dem blauen Dunst zugeschrieben werden. Das Risiko: Herzinfarkt, Schlaganfall, Raucherbein, Impotenz, Magengeschwüre, genetische Schäden, frühzeitiges Erblinden. Es gibt kaum ein Leiden, das der Tabakrauch nicht fördert. So stimuliert z.B. Nikotin die Ausschüttung von Stresshormonen aus den Nebennieren. Dadurch verengen sich die Gefäße, der Blutdruck steigt. Folge davon sind etwa Herzinfarkt, Schlaganfall, Magengeschwüre. Nur wer es wirklich will, kann den Ausstieg schaffen. Raucher setzen ihrem Laster allein mit Willenskraft ein Ende. Versuch du es auch und gib nicht auf, denn es heißt: „Genieße dein Leben, solange du lebst.“
von FADILA CELIK, NURHAN KARACA und MEHTAP KAYA    

Warum die beste Band der Welt wirklich die beste  Band der Welt ist

Die Ärzte sind seit 22 Jahren eine der erfolgreichsten deutschen Bands überhaupt, aus diesem Grund sind auch die Konzerte meist schon im Vorfeld ausverkauft. „Das war das geilste Konzert auf dem ich je war! Ich kann es kaum erwarten, dass sie wieder auf Tour gehen,“ lautete die Antwort eines 16-jährigen Fans auf die Frage wie dieser eines der unzähligen Konzerte fand. „Die Show war der Wahnsinn, wie die mit den Instrumenten gespielt haben". Die Tour bewies einmal mehr, dass sie den Titel „die beste Band der Welt" zurecht tragen. Was wohl die meisten Fans so an den Ärzten gefällt ist, dass sie neben der musikalischen Kameradschaft eine dicke Freundschaft verbindet, was sie auf den Konzerten oft beweisen. Außerdem sind die Songs (meistens) von sehr tiefer Bedeutung. Sie geben die Gefühle der einzelnen Arzte Mitglieder wieder, sprechen aber auch das Publikum an. So vertreten sie zum Beispiel bei der Anti-Nazi-Hymne „Schrei nach Liebe" ihren Standpunkt gegenüber rechtsradikalen Aktivitäten. Es war sehr mutig in dieser Zeit ein solches Lied auf den Markt zu bringen, da damals vermehrt rechtsradikale Aktivitäten wie z.B. in Flammen stehende Asylantenheime oder Ausländerhatz auftraten. So ist der häufige Gebrauch des A-Wortes mehr als verständlich. Aber auch gefühlvolle Lieder wie z.B. „Komm zurück", „Mach die Augen zu" und „Nichts in der Welt" kamen immer gut an. Lieder wie diese wirken immer wie aus dem eigenen Leben gegriffen und man kann sich in ihnen identifizieren. Neben diesen eher ernsten Liedern gibt es aber auch viele Stimmungsheber. Wegen dieser Vielfältigkeit beim Textschreiben und den rockigen, traurigen oder lustigen Liedern sind wir, wie Millionen Andere überzeugte Ärztefans.  
von RICO HEINIG und TOBIAS GEIER  

Leben auf der Straße

Was viele nicht wissen, auch in Deutschland gibt es Straßenkinder. Betroffen davon sind jährlich zwischen eineinhalb- und zweieinhalbtausend Minderjährige, die zeitweise ihr Dasein auf Straßen in den Städten fristen. Die jüngsten sind acht Jahre alt, die meisten 13 Jahre alt und älter. Traurige, verklebte Augen, vor Schmutz riechende Kleidung. Ein Bild, das viele von uns nur aus der Dritten Welt kennen - Straßenkinder Wenn wir über Straßenkinder reden, denken wir an Afrika, Brasilien oder Russland. Doch was viele nicht wissen, auch in Deutschland gibt es Straßenkinder. Es gibt jährlich zwischen eineinhalb- und zweieinhalbtausend Minderjährige, die zeitweise ihr Dasein auf der Straße fristen. Zwar ist dies angesichts von mehr als 80 Millionen Menschen hierzulande eine verschwindend geringe Anzahl an Einzelschicksalen, wohl aber Anlass, tätig zu werden. Zu ihnen gehören nicht solche Kinder, die nur kurz von zu Hause ausreißen, sondern jene, die für mindestens zwei Wochen keine feste Bleibe haben. Warum landen Kinder auf der Straße? Eine Frage, die sich so in Deutschland wohl keiner stellt. Dennoch: Schule ist kein Auslöser für den Gang auf die Straße und materielle Not spielt nur eine zweitrangige Rolle. Straßenkinder hatten bereits häufig Erfahrung mit dem Jugendamt. Die jüngsten sind acht, die meisten 13 Jahre und älter. Es sind ebenso viele Mädchen wie Jungen. Viele kommen ausländischen Gebieten und suchen die Anonymität der Großstädte. Sie flüchten vor Misshandlungen, Missbrauch und Vernachlässigung und leben meist von Bettelei, Prostitution oder Kleindiebstahl. Häufig sind sie unauffällig, stammen aus allen Gesellschaftsschichten und finden sich keineswegs nur unter bunthaarigen Punks. „Straßenkinder wünschen sich Normalität", so bestätigt auch Rainer Kilb (Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Frankfurt). Damit sind normale Lebensverhältnisse gemeint, wie z.B. einen Schulabschluss, eine Berufsausbildung, eine eigene Wohnung, Arbeit und vor allem Geborgenheit. Sie haben es dort, wo sie herkommen, meist nicht mehr ertragen oder wurden schlichtweg hinausgeworfen. Auf der Straße sind sie nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus Verzweiflung. Es gibt einige Organisationen die sich für diese Kinder in Deutschland einsetzen. Eine davon ist Off-RoadKids. Ihr Ziel ist es für jedes einzelne Straßenkind die beste Perspektive für ihre Zukunft zu ermöglichen. Die Streetworker hatten 2003 erfreulich hohe Zahlen erreicht. Insgesamt konnten sie 67 jungen Menschen von der Straße zu einer neuen Perspektive verhelfen. Davon waren 32 noch minderjährig und 35 älter als 18 Jahre. Es sollte nicht vergessen werden, dass es sich hierbei mitunter um die kompliziertesten Fälle in Deutschland handelt, damit sind Kinder gemeint, die über Jahre hinweg schon Kontakt mit dem Jugendamt oder mit der Justiz hatten. Es gibt Menschen in Deutschland, die für Straßenkinder in anderen Ländern spenden, doch wir denken, es muss auch dringend Kindern in Deutschland geholfen werden. Dies soll ein Appell an alle sein. Hilfe muss nicht immer Grenzen überschreiten, sie kann auch vor der Haustür beginnen.  
von JULIA GROSS und JULIA BRITTEN

Auch auf die Form kommt es an

Wer sich richtig bewirbt, hat eine größere Chance auf eine Ausbildungsstelle Nehmen wir folgende Situation: Die Sommerferien sind vorbei und das letzte Schuljahr auf deiner Schule hat begonnen. Spätestens, wenn das Schuljahr zu Ende geht, besser aber ein Jahr vorher, musst du dir wie jährlich über Tausende von anderen Schulabgänger/innen folgende Frage stellen! Schule, was dann? Jetzt denkst du sicher, ein Jahr ist eine lange Zeit! Doch die Zeit kann wie im Fluge vergehen, und wenn dann die Zeugnisausgabe vor der Tür steht, heißt es nur: Was, schon wieder ein Jahr vorbei. Darum wissen nur weniger als ein Viertel der Abgänger, was sie machen wollen. Um einen Beruf auszusuchen, in dem du dich wohl fühlst, ist es wichtig, dass du alle Möglichkeiten nutzt, herauszufinden, was dich interessiert, wo deine Stärken und Schwächen liegen und was für einen Schulabschluss gefordert wird. Das braucht viel Zeit! Bist du dir nicht sicher, dann frag dazu doch einfach mal deine Eltern, Lehrer und Freunde. Hast du herausgefunden, was dir liegt, informierst du dich einfach, welche Berufe zu dir passen, indem du im Internet auf  www.interesse-beruf.de gehst oder Informationsstellen besuchst. Hast du dich für einen Berufsweg entschieden, den du einschlagen möchtest, dann bewirbst du dich um eine Ausbildungsstelle bei einem Betrieb. Dabei sind gute Planung und Ausdauer gefragt! Sich zu bewerben heißt nicht, sich einfach hinzusetzen und ins Blaue hinein einen Brief zu formulieren. Doch genau daran scheitern 40 Prozent der Jugendlichen! Sie schreiben einfach schon den Namen des Betriebes falsch, achten in der eigentlichen Bewerbung nicht auf die Rechtschreibung und Grammatik oder sie wissen nicht wie eine Bewerbung aufgebaut wird! Solche Bewerbungen werden entweder einfach nicht zu Ende gelesen oder direkt entsorgt! Trotzdem ist das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit einer guten Bewerbung kannst du deine Chancen um ein Vielfaches verbessern. Also, wenn du dir das nicht alleine zutraust, frag doch einfach jemanden, der sich erfolgreich beworben hat. Oder geh zur Berufsberatung ins Bewerbungstraining. Ich sage dir schon mal im Voraus: Absagen kommen garantiert, nicht aufgeben, weitermachen!
von JULIA BELLMANN  

Geht die Jugend jetzt zum Teufel?

Bei Jugendlichen werden verstärkt satanische Aktivitäten beobachtet Dunkel geschminkte Augen, lange schwarze Kleidung, das eiserne Pentagramm um den Hals, ein kalter Blick - jugendliche Satanisten begegnen uns überall. Jugendsatanismus ist, wie unschwer feststellbar, immer ein aktuelles Thema. Seit rund zehn Jahren finden sich in der deutschen Presse immer wieder Berichte von Spuren satanistischer Aktivitäten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In den meisten Fällen handelt es sich um Verwüstung von Friedhöfen und Graffitis an Kirchen, die meist von Tätern im Alter von 15 bis 20 Jahren verursacht wurden. „Wir versammelten uns gegen Mitternacht auf dem Friedhof. Meine Freunde bildeten einen Kreis. Ich stellte mich auch in diesen, doch ich wurde sofort in die Mitte geschoben. Man reichte mir einen Kelch und befahl mir, daraus zu trinken. Doch kaum hatte die Flüssigkeit meine Lippen berührt, wurde mir klar, dass es sich dabei um Blut handelte", berichtet die 16jährige Jeanette W. aus Merzig, ein ehemaliges Mitglied einer satanistischen Gruppe. Doch nicht jedem Anhänger einer solchen Sekte gelingt es, sich aus der Gruppe zu befreien. Häufig ist die Psyche dieser Personen zu labil um ein eigenes und unabhängiges Leben zu führen. Sie brauchen oft therapeutische Hilfe, um ihr Leben wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Laut Statistik haben sich fünf Prozent der Jugendlichen zwischen 15-20 Jahren schon einmal in irgendeiner Form satanistisch betätigt. Vor allem Absolventen von Oberschulen und Realschulen interessieren sich stärker für satanistische Praxis als Gymnasiasten. Außerdem ist das Interesse an Satanismus bei männlichen Jugendlichen stärker ausgeprägt als bei weiblichen Jugendlichen. Der Satanismus ist eine vielseitige, für uns geheimnisvolle, aber auch ernstzunehmende Angelegenheit, die uns öfters als wir denken begegnet.
von MAXIMILIAN GROSSE-BECK und CHANTAL KOOB