Das Haustadter Tal aus eher ungewohnter Perspektive

- durften Schüler der ERS Beckingen anlässlich einer Einladung  der Gemeinde zur Ersten Beckinger Wanderwoche (22. bis 29. Mai 2005) auf dem neugestalteten Panoramahöhenweg genießen.

Nachdem bereits montags und dienstags Klassen der Schule, bei eher mäßigen Witterungsbedingungen, den Panoramaweg erkundet hatten, begaben sich am Mittwoch, bei nunmehr herrlichem Sonnenschein, die 9c, die 7b, die 6a und die 6b mit ihren Lehrern Herrn Fischnich, Herrn Endres und Herrn Müller-Rauls auf den Weg.

Als Startpunkt war das per Bus angefahrene Hargarten ausgewählt worden. Nun sollten über 12 Kilometer zur Schule zurück zu Fuß bewältigt werden!
Kaum waren einige Metern zurückgelegt stürmten bereits erste Informationen auf die Schüler ein. Herr Helmut Lubitz, erster Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Hargarten, erklärte die Funktionsweise des 1997 vom Verein restaurierten Kalkofens. Solche Öfen entstanden im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, um aus dem Kalkgestein lokaler Brüche Kalk zur Mörtelherstellung für den Hausbau zu gewinnen. Beim Brennvorgang wird dem Kalkstein (Calciumcarbonat, CaCO3) Kohlendioxid (CO2) entzogen. Zurück bleibt Branntkalk (Calciumoxid, CaO). "Gelöscht", also mit Wasser begossen, entsteht daraus Löschkalk (Calciumhydroxid, Ca(OH)2). Im Verhältnis 1: 3 mit Sand vermischt und unter Hinzugabe von Wasser erhält man Mörtel. Beim Trocknen gibt der Mörtel wieder Wasser ab und nimmt gleichzeitig Kohlendioxid aus der Luft auf. Aus dem Bindemittel Mörtel ist somit wieder Kalkstein geworden.

Bis gegen 10 Uhr war die erste Hälfte des Höhenweges mit seinen tollen Aussichten geschafft. Ohne „Große Pause“ ging zunächst nichts mehr. Frisch gestärkt nahmen die Wanderer dann die zweite Etappe von westlich Honzrath bis zum Fischerberghaus in Angriff. Unterwegs konnten Wissbegierige einiges über die lokale Flora in Erfahrung bringen. In Erinnerung bleiben werden sicherlich einige der Pflanzen der Halbtrockenrasen wie der Salbei mit seinem ausgetüftelten Bestäubungsmechanismus, der schmarotzende Klappertopf mit seinen dürren Kapseln, die Akelei mit ihren filigranen Blüten oder Orchideenarten wie das Zweiblatt und das Knabenkraut.

Am Ende der dankenswerter Weise von Mitgliedern des Saarwaldvereins (u. a. dem saarländischen Vorsitzenden Herrn Luxenburger und dem Wanderführer des OV Beckingen Herrn Werner Dreher) geführten Wanderung belohnten sich die Schüler für ihre Ausdauerleistung mit einer Erfrischung, am wohl mit Bedacht geöffneten Fischerberghaus, selbst. Der Rückweg zur Schule war nur noch eine Kleinigkeit.