"Eine Leiche auf der Flucht" heißt ein Theaterstück von Horst Helfrich, zu dem die Theater-Arbeitsgruppe (TAG) der Friedrich-Bernhard-Karcher-Schule (FBKS) an diesem Samstag, 25. April, um 19.30 Uhr in die Deutschherrenhalle einlädt.
Für die seit zwei Jahren bestehende TAG unter Leitung von Verena de la Rey Swardt, die auch Regie führt, ist es bereits die zweite Produktion. Jedes Jahr kommen neue Darsteller hinzu, andere springen ab. Wenn sich mehrere für die gleiche Rolle bewerben, entscheidet das Vorsprechen. Sprechübungen, Konzentration, Theatersport, Improvisation und das Aufsagen von Zungenbrechern dienen mit zur Sprecherziehung. Obwohl die Schüler teils kurz vor den Prüfungen stehen, investieren sie viel Zeit in das Theaterspielen.
Aber sie machen es gerne, denn "Man lernt neue Freunde kennen, sich im Team einzufügen, an einem Strang zu ziehen und hat Freude an der Arbeit." Für Thiemo, der bereits die Fachoberschule besucht, war es klar, wieder mitzumachen. "Es hat mir im vergangenen Jahr viel Spaß gemacht, deshalb bin ich auch nun wieder dabei, obwohl ich nicht mehr an der FBKS bin", sagt er.
Die TAG hat bereits mehrere Produktionen des Saarländischen Staatstheaters besucht und dort hinter die Kulissen geschaut, dabei viel auch für sie Interessantes gesehen. Das jetzige Stück wurde schon vor einer Weile von den Schülerinnen und Schülern ausgesucht. Auf die Frage, warum gerade dieses, meinen sie übereinstimmend: "Es ist witzig, von den Charakteren her schwieriger zu spielen als unser erstes und zeigt etwas von der Wirklichkeit des Zusammenwohnens in einem Mietshaus."

Alle Akteure wünschen sich, dass alles gut klappt und viele Leute kommen. "Die Mitglieder unserer TAG haben in kurzer Zeit ein enormes Verantwortungsbewusstsein entwickelt", betont deren Leiterin de la Rey Swardt, die zum Bedauern der Jugendlichen nächstes Jahr die Schule verlässt und es somit ihre letzte Aufführung sein wird. Aber diese wird das Publikum sicherlich sehr begeistern, denn sie hat einen tollen Inhalt.
Als Hausmeister Keimling vom Anruf bei der Polizei zurückkehrt, kriegt er einen Schreck: Die Leiche ist weg, die eben noch in ihrem eigenen Blut im Treppenhaus lag. Davon lässt sich die Kommissarin Kümmel - ganz Profi - ebenso wenig beirren wie von dem aufgeregten Geplapper der Hausbewohner. Kaum eingetroffen, beginnt sie, unterstützt von ihrer fachkundigen Assistentin, unverzüglich mit den Recherchen und findet prompt wenig später ein Stoffpartikel, das augenscheinlich zur Kleidung des Mörders gehören muss. Die selbstbewusste Heldin kann auch im Folgenden weder die Leiche noch den Täter finden. Sie hat alle Mühe, ihre Theorie über Täter, Motiv und Tathergang im Tohuwabohu des "abgründigen" Beziehungsgeflechts unter der leidenschaftlichen Mieterschaft zu behaupten. Erst in den letzten Minuten dieser temperamentvollen Komödie kommt es zur Lösung des Falles. Es bleibt also spannend bis zum Schluss.
Der Eintritt beträgt drei Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder.
Quelle: SZ vom 25./26.04.2009
Darsteller |
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| Tamara Müller als Kommissarin Kümmel | Jasmin Himbert als Fritzi Kulke | Tanja Folz als Witwe Vogelkorn |
| Thiemo Klein als Hausmeister Keimling | Serge de la Rey als Herr Gugelrock | Vanessa Anacker als Frau Gugelrock |
| Denise Schleich als Frau Scheiblein | Jessica Amorim Almeida als Ava Milko | Robin Eifler als Phil Casner |
| Stefanie Gottfrydziak als Frau Katz | Janine Pink als Frau Stangenbrodt | Marie Gantner als Frau Popp |
| Paul Meyer als Hänschen Kniebel | Lisa Wagner als Frau Freitag | |
| Regie: TAG-Leiterin Verena de la Rey Swardt | ||
| Bühnenbau: Lehrer Claus Brutty und seine AL-Gruppe | ||
| Bühnenbild: Theater-AG | ||
| Licht- und Tonregie: Prosound Concept | ||
Inhalt des Theaterstückes:
Die Kriminalkomödie spielt im ersten Stock eines Treppenhauses. Hausmeister
Keimling kommt in einer frühen Morgenstunde nach einem Anruf bei der Polizei auf
die Szene und erschrickt, da eine Leiche, die gerade eben noch dort gelegen
habe, nicht mehr vorhanden Ist. Neugierig kommen die anderen Hausbewohner noch
im Schlafgewand heraus und hören sich die Geschichte von Keimling an.
Kurz darauf kommt Kommissar Kümmel mit seiner Sekretärin Fritzi Kulke und
beginnt mit den Recherchen. Er lässt das Haus verschließen, so dass keiner mehr
hinaus kann. Da es noch früh am Morgen ist, sind alle Hausbewohner noch
anwesend. Der trottelige Kommissar ist so besessen von seiner Arbeit, dass er
sogar schon Verhöre vornimmt, wie sie nur auf dem Kommissariat durchgeführt
werden dürfen. Er kündigt auch schon eine Urteilsverkündung an. Bei der
Spurensicherung findet er ein Stoffpartikel, das von einem Mantelfutter
herrührt. Aber kein Mantel der Hausbewohner weist Farbe und Beschaffenheit des
gefundenen Materials auf. Doch ohne sein Wollen und ohne es erst recht nicht zu
bemerken, deckt er bei seinen Verhören unter den Hausbewohnern Dinge auf, die
allesamt strafwürdig sind. Jeder Einzelne ist mit dem Gesetz in Konflikt
gekommen. Kümmel jedoch hat nur Leiche und Mörder im Sinn.
Bei einer von Kümmel angeordneten "Vorladung" aller Mieter im Treppenhaus,
spielen sie sich bei der Aufdeckung ihrer Taten gegeneinander aus. Fündig in der
eigentlichen Sache wird er jedoch nicht, da er weder eine Leiche noch den
dazugehörigen Täter findet. Doch dann glaubt er sich am Ziel. Er erfährt dass
der Medizinstudent Hans Kniebel seine erste Leichenöffnung mit einer im Hause
wohnenden Freundin gefeiert habe. Da auch Pepitta Popp, eine Dame die ständig
Kriminalromane liest, mit zwei Säcken in der Nacht das Haus verlassen hat, ist
er sicher, dass damit die Leichenteile des Armseligen abtransportiert worden
seien.
Doch dann zum Schluss nimmt die Kriminalkomödie eine verblüffende Wende, die zur Auflösung des Falles führt. Hans Kniebel, der rotweinbesudelt betrunken im Treppenhaus lag, führte zur der Annahme des Hausmeisters, dass dies eine Leiche sei. Doch während Keimling unten nach der Polizei telefonierte erwachte "die Leiche" wieder und verschwand. Frau Freitag, die Zeitungsträgerin klärt während der "Urteilsverkündung" Kümmels im Treppenhaus den Fall auf.