Startschuss für neuen Weg zum Abi

Erweiterte Realschulen unterzeichnen Kooperationsvertrag mit Peter-Wust-Gymnasium

Am Montagmittag haben im Merziger Peter-Wust-Gymnasium die Schulleiter des PWG sowie der Erweiterten Realschulen Beckingen und Merzig einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ziel ist es, mehr Schülern der Realschulen den Weg zum Abitur zu erleichtern.

Ab dem kommenden Schuljahr werden die Erweiterten Realschulen (ERS) in Merzig und Beckingen im Zuge des neuen landesweiten Schulverbundsystems noch enger mit dem Merziger Peter-Wust-Gymnasium zusammenarbeiten. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sollen die gegenseitige Beratung und der Informationsaustausch sein. Außerdem werden regelmäßig Informationsveranstaltungen für Schüler und Eltern durchgeführt. Zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages war vorgestern auch die saarländische Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gekommen. Sie hofft darauf, viele Schüler der Realschulen jetzt den Weg zum Abitur finden werden und die Kooperation mit Leben erfüllt werden.

Was vielen Eltern nicht bewusst ist, sind die Möglichkeiten, die man hat, sich nach Abschlüssen weiterzubilden. Konkret sieht das Ganze so aus, dass die ERS-Schüler, deren Leistungen stark genug sind, in der zehnten Klasse in eine Eingangsklasse kommen. Dort werden sie in so genannten A-Kursen in fünf Fächern (Mathematik, Deutsch, Physik, Chemie und erste Fremdsprache) auf das höhere Niveau vorbereitet, um dann aber der Klasse 11 das Abitur am PWG zu machen. Und das in neun Jahren. Diese A-Kurse gibt es schon seit diesem Schuljahr. Etwa ein Drittel der ERS-Schüler sind in diesen Fächern auf A-Niveau, schätzt Jürgen Cornely, Referatsleiter im Kultusministerium.

Es gibt hier noch eine stark vorhandene Schwellenangst, sagt Cornely und führt Zahlen zum Vergleich an:  Fast ein Viertel der Realschüler aus der zehnten Klasse dürften von den Noten her aufs Gymnasium gehen, das tut aber nur jeder Zehnte. Unterschrieben wurde der Vertrag von Heinz Lafontaine, Schulleiter des PWG, Werner Heilmann, Rektor der Beckinger Friedrich-Bernhard-Karcher-Schule, und Hans Pattar, kommissarischer Schulleiter der Merziger Christian-Kretzschmar-Schule.

Der Vorteil ist, dass die Schüler ein Jahr mehr Zeit haben. Wir versprechen uns eine bessere Vorbereitung der Schüler auf die gymnasiale Oberstufe und damit bessere Aussichten aufs Abitur, sagte der Beckinger Rektor Heilmann. Und auch sein Kollege vom PWG, Heinz Lafontaine, freut sich auf die künftige Kooperation zwischen den Schulen: Wir begreifen das als Chance. Außerdem wird das PWG nach dem Weggang des Doppeljahrganges G8/G9 in diesem Schuljahr erstmals entsprechende Raumkapazitäten haben, um wechselwillige Schüler in die Oberstufe aufzunehmen, meinte Lafontaine. Sollten genügend Schüler von den ERS wechseln, könne man am PWG übrigens sogar eine eigene Klasse einrichten. 

[nach Saarbrücker Zeitung vom 18.02.2009]


 

Kooperationsvereinbarung

zwischen

dem Peter-Wust-Gymnasium und den Erweiterten Realschulen

Friedrich-Bernhard-Karcher-Schule Beckingen und

Christian-Kretzschmar-Schule Merzig

Das Peter-Wust-Gymnasium, die Friedrich-Bernhard-Karcher-Schule Beckingen und die Christian-Kretzschmar-Schule Merzig richten ab dem Schuljahr 2009/2010 eine gemeinsame Eingangsklasse der gymnasialen Oberstufe ein.

Ziel dieser Vereinbarung ist es, die Schülerinnen und Schüler der genannten Erweiterten Realschulen, die eine Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erworben haben, gezielt auf die Arbeitsweise und die inhaltlichen Anforderungen der Oberstufe und insbesondere der Hauptphase vorzubereiten und somit eine Grundvoraussetzung dafür zu schaffen, dass diese Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschulreife erfolgreich erwerben können.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen den Schulen sollen insbesondere sein:

• eine gegenseitige Beratung und schulorganisatorische Unterstützung in allen Fragen der gymnasialen Oberstufe,

• regelmäßige Informationsveranstaltungen für interessierte Schülerinnen und Schüler der ERS am Peter-Wust-Gymnasium,

• ein gegenseitiger Austausch über fach- und 1ehrplanrelevante Fragen.

Die gemeinsame Eingangsklasse der Oberstufe wird dem Peter-Wust-Gymnasium zugeordnet, das auch Standort der Klasse sein wird.

Der Unterricht in der gymnasialen Eingangsklasse wird im Rahmen der personellen und organisatorischen Möglichkeiten von Lehrkräften der kooperierenden Schulen abgedeckt.

Für die Aufnahme von Absolventinnen und Absolventen der ERS in die gemeinsame Eingangsklasse gelten die Regelungen der "Verordnung - Schulordnung - über den Übergang von allgemein bildenden und beruflichen Schulen in die gymnasiale Oberstufe" in der jeweils geltenden Fassung.

Die Kooperationsvereinbarung ist mit der Schulaufsichtsbehörde abgestimmt und wird in regelmäßigen Abständen überprüft und ggf. neuen Entwicklungen angepasst.

Merzig, den 16.02.2009