Doch Freude und Schrecken liegen bekanntlich dicht beieinander. „Das mach ich nicht!“ – „Iih, da geh ich nicht mit dem Finger dran!“ Der nächste Schritt verlangte den Schüler/innen einiges an Überwindung ab. Denn nun musste das Material vor seiner Verarbeitung gesäubert werden. Milchreste,
![]() |
angegammelte Saftflaschen, geheimnisvolle Tetrapacks mit unsichtbarem Restinhalt waren der Grund für die standhafte Weigerung sich dem Müllmaterial handlungsorientiert zu nähern. Viel Überzeugungsarbeit, Spülmittel und –schüsseln, Plastikunterlagen, Trockentücher und natürlich das Vorbild des Fachlehrers, der selbst Hand anlegte, waren notwendig. Schließlich griffen fast alle zu – wenn auch mit Ekelkommentaren. Nach einer Unterrichtsstunde atmeten alle erleichtert auf. In der Folgestunde konnten endlich die ersten Grundsteine gelegt werden. Mit den Tücken der Objekte und dem plötzlichen Verschwinden bereitgelegter Gegenstände in darauffolgenden Stunden kämpften die Schüler/innen ausdauernd. „So haben wir uns das vorgestellt, aber das Zeugs klebt einfach nicht.“ Eine kleine Einführung ins Kontaktkleben behob die meisten der Probleme. Schwieriger gestaltete sich das passende Auffinden und Zurechtschneiden der Müllmaterialien. Was kommt wohin oder worauf? Nach einigen Stunden harter Arbeit und der Erfahrung, dass man sich in einer Gruppe nicht selbstverständlich auf jeden verlassen kann, konnten die Stukkateurarbeiten beginnen.
Doch die Osterferien durchbrachen leider die Arbeit. Eine Hausaufgabe, Putz- und Farbmaterial während dieser Zeit zu besorgen, versandete bei einigen. Verzögerungen im Arbeitsablauf und verärgerte Äußerungen der Pflichtbewussten folgten in der ersten Stunde nach den Ferien. Wieder waren Fantasie und Ideenreichtum angesagt, die sich auch in unterschiedlicher Weise äußerten. „Ey, das habt ihr von uns geklaut.“ Schließlich bewunderten die Noch-Arbeiter das erste Ergebnis ihrer Klassenkamerad/innen. Das und der Hinweis von H. Feichtner Fotos mit einem Text an die Zeitungsredaktion zu schicken spornte den Rest der Klasse an. Höhepunkt der Arbeit war das Klassenfoto gemeinsam mit den sehr fantasievollen Vorschlägen voller Lebensfreude, so, wie Jugendliche sich ihre Kirche als Gebäude vorstellen. Drei Schüler gestalteten aus Unsicherheit darüber, ob ihre Gruppe noch ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt, ihre eigene Kirche zu Hause – was sich in beeindruckenden Formen darstellte. Für alle Teilnehmenden waren Ergebnis und die Erfahrung in der Gruppenarbeit gleichermaßen wichtig – ein Projekt, das zum Wiederholen anregt. Vielleicht lädt eine der Kirchen irgendwann einmal zum Besuch ein.