Die Einweihung des Neubaus der Sekundarschule Beckingen kann als ein Meilenstein der Beckinger Schulgeschichte bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um ein Projekt von 5,15 Millionen DM, wobei die Mittel haushaltsmäßig auf zwei Jahre verteilt werden.
Bürgermeister Manfred Peter sah es nach seinem Amtsantritt am 1. Dezember 1993 als einer seiner ersten Amtshandlungen an, sich mit den Raumproblem der Sekundar- und Grundschule Beckingen zu befassen. In seiner Ansprache bezeichnete er die räumlichen Verhältnisse teilweise als katastrophal, hielt es deshalb für richtig, dass die gemeindlichen Gelder für den Neubau sinnvoll und gut angelegt seien. Allerdings müsse die Gemeinde nun erhebliche Einschränkungen in anderen Investitionsbereichen hinnehmen. Eltern, Schüler, und Lehrer können sich, so der Bürgermeister weiter, gemeinsam über einen schönen und funktionalen Schulhausneubau freuen. Sie wird die Gemeinde auf bildungspolitischen Sektor ein gutes Stück voranbringen.
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Auch der Rektor der Sekundarschule, Paul Rolinger, stellte sich auf den Standpunkt des Bürgermeisters, dass die Schule mit Blick auf die Zukunft angelegt sei. Sie biete, so Rolinger weiter, 13 Klassen Platz mit Fachräumen für Physik, Chemie, Biologie, Arbeitslehre, Informatik und Musik, die in ihrer Ausstattung modernstem Standard entsprechen. Die Schulklassen können ihr Klassenzimmer aktuell gestalten und verändern. Auf dem großen Schulhof können die Schülerinnen und Schüler sich erholen und Informationen austauschen. Der Schulgarten bietet neue biologisch- ökologische Aspekte. Die neue Aula wird ein Treffpunkt für Gäste und alle am schulischen Leben Beteiligten.
Stürmischen Beifall gab es für die Aufführung des Musicals von Peter Maffey „ Tabaluga und Lilli" durch die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule unter der Gesamtleitung von Marianne Becker, der ein besonderer Applaus galt. Nach der Einsegnung durch Kaplan Stankowitz und den ev. Pfarrer Streppel übergab Architekt Birtel den Schlüssel an Bürgermeister Peter, der ihn schließlich an Rektor Rolinger weiterreichte.
Planerisch bestand die Aufgabe des Architekten Gerd Birtel darin, für die neu geschaffene Sekundarschule die entsprechenden Räumlichkeiten in Ergänzung mit den vorhandenen Funktionsklassen zu schaffen. Es mußte eine selbstständige, funktionsgerechte Einheit entwickelt werden, eine Zielsetzung, die der Architekt hervorragend zu lösen wußte, die auch die Handwerker mit guter Qualitätsarbeit umzusetzen verstanden.
Die Investition umfasste 13 Klassen, wovon eine Klasse als Lehrküche nebst einem zugehörigen Essraum ausgestattet ist. Zusätzlich sind zwei Gruppenräume mit Vorbereitungsräumen, ein Lehrmittel- und Sanitätsraum vorhanden, ferner WC- und Toilettenräume, die dezentral auf jeder Etage angeordnet wurden.
Dieses Raumprogramm hat der Architekt in einem bewußt schlicht gehaltenen quadratischen Kubus eingeplant, der sich genau in das abschüssige Gelände anpaßt, nämlich bergseitig zweigeschossig, talseitig tun sich drei Geschosse auf. Die einzelnen Klassen werden über eine großzügige Halle im Erdgeschoss erschlossen, die sich auch als Aula nutzen läßt. Diese Halle führt über drei Geschosse und ist mit einer großen Glaspyramide überdeckt. Die Klassen in den Obergeschossen werden über die Emporengänge erschlossen.
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So entstand ein Gebäude, das sich in seiner Ausführung als sehr sachlich und wertbeständig zu bezeichnen ist. Auf geringe Folgekosten wurde großer Wert gelegt. Das gesamte Bauwerk wurde außen und innen mit Kalksandstein-Sichtmauerwerk errichtet, so daß keinerlei Putz verarbeitet wurde. Es passt sich mit seinem Ziegeldächern der umliegenden Bebauungen an. Neubebaut wurde eine Fläche von 700m2 mit einem Bauvolumen von 9000 Kubikmetern umbautem Raum, Nettogrundrissfläche 1700m2.
Birtel wünschte den Kindern, dass sie in den Räumen das notwendige Umfeld finden und - zufrieden für die Zukunft gerüstet - dieses Haus wieder verlassen werden, den Lehrpersonen aber die erforderlichen äußeren Bedingungen eines erfolgreichen Schaffens zu finden. „Die Schule ist mit Blick auf die Zukunft gerichtet", meinten übereinstimmend Bürgermeister Manfred Peter und Rektor Paul Rolinger.