Waldbewohnern auf der Spur (Okt. 2007)

Mehr Licht ins Dunkel des Fledermauslebens und das vieler anderer Waldbewohner brachte für die Schülern der Klassen 6 der F.-B.-Karcher Schule eine herbstliche Exkursion ins Tal des Kondeler Baches mit dem Ranger und Leiter der Naturwacht Saarland, Herrn Frank Grütz.

Herr Grütz zeigte den Schülern, dass sich der Lebensraum Auewald anhand seiner jeweils vorherrschenden Baumtypen mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen ans Biotop, in eine Weich- (Weiden, Erlen, Pappeln, ...) und eine höher gelegene Hartholzaue (Eiche, Esche, ...) gliedern lässt. Die Merkmale der Pflanzen wurden nicht nur erklärt, sondern in einem anschließenden Naturmemory im Gedächtnis verankert.

Im teilweise urwaldartigen Bestand mit recht unterschiedlichen Alterklassen der Vegetation war nachzuvollziehen, wie auf umgestürzte Baumruinen die Sukzession mit Pionierpflanzen wie Robinien und Birken aufs neue beginnt. Aber nicht nur diese Momentaufnahme erhellte der Ranger für die Schüler, er ließ auch die Waldgeschichte der letzten zwei Jahrtausende Revuepassieren.

Nach soviel Theorie wurden die ersten zappelig. Die Suche nach wirbellosen Waldbewohner kam dem Bewegungsdrang entgegen. Als Herr Grütz mit seinem urigen Horn zum Sammeln geblasen hatte, wurde die Beute wechselseitig begutachtet, mit Hilfe von Lupen bestimmt und der Ranger gab Insiderwissen über die Lebensweise von Mistkäfern, Asseln und Schnurfüßlern preis. Mit viel Hingabe simulierten die Schüler dann in einem Fledermausspiel, das Jagdverhalten der fliegenden Säuger.

Beim „Nachbau“ eines Nahrungsnetzes mit einem Seil, das alle Exkursionsteilnehmer kreuz und quer miteinander verband, sah und fühlte jeder, wie sich das Kappen einer einzigen Verbindung durch menschlichen Eingriff auf das bestehende Gleichgewicht auswirkt. – Ein Abschluss, der nachdenklich stimmte.

Aufmerksame Schüler mit Ranger Frank Grütz im Wald