Unterricht einmal anders! Statt im Klassenraum fand der Erdkundeunterricht der 5er Klassen der ERS Beckingen in der freien Natur statt.
Im Anfangsunterricht Erdkunde werden den Schülerinnen und Schülern grundlegende Einsichten in die Beziehungen zwischen Mensch und Raum vermittelt. Aufbauend auf dem geografischen Anteil des Sachunterrichts der Grundschule erfolgt zunächst eine systematische Einführung in elementare geografische Arbeitstechniken. Dazu zählt insbesondere die Arbeit mit physischen, thematischen und topografischen Karten, die die georäumliche Vorstellungswelt der Kinder erweitert und sie befähigt, Informationen über Erlebnis- und Heimaträume zu gewinnen und sich darin zu orientieren.
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Nachdem die Kinder in den vergangenen Wochen im Rahmen des regulären Erdkundeunterrichts mit dem Medium Karte vertraut gemacht wurden, ging es jetzt darum, das Gelernte in der Praxis umzusetzen und sich anhand verschiedener Hilfsmittel im Gelände zu orientieren. Zu diesem Projekt konnte Diplom-Geograph und Ranger Frank Grütz als Leiter der Naturwacht Saar gewonnen werden. Die Naturwacht Saar, die der Naturlandstiftung Saar angegliedert ist, nahm am 5. Januar 2005 ihre Tätigkeit in den Schutzgebieten des Saarlandes auf. Ihre Mitarbeiter - die Ranger - sind in den Naturschutzgebieten des Saarlandes unterwegs und wollen als Mittler zwischen Mensch und Natur kompetente Ansprechpartner sein. Eine der Hauptaufgaben der Naturwacht Saarland liegt darin, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Führungen und anderen Veranstaltungen an die Natur heranzuführen, um das Bewusstsein für die Natur zu stärken und somit den Naturschutz zu fördern. Seit 1998 ist der ’Ranger’ in Deutschland ein staatlich anerkannter Beruf. Die saarländischen Ranger kümmern sich schwerpunktmäßig um die großen Schutzgebiete im Saarland und sind somit vor allem im Saar-Bliesgau, am Wolferskopf sowie an der Ill tätig.
Unter fachkundiger Leitung von Ranger Frank Grütz begaben sich an mehreren Tagen jeweils 15 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 ins Gelände, um dort zu erfahren, wie man sich mit einfachen Hilfsmitteln in der Natur orientieren kann. Zuallererst hatten einige Kinder nach einer Einweisung die Aufgabe, die Gruppe mit Hilfe einer Karte (TK 1:25000) vom Schulgebäude durch den Ort hindurch in Richtung Kondelerbruch zu führen. Dort angekommen wurde an einem freistehenden Baum die Bestimmung der Himmelsrichtungen demonstriert. In unseren Breiten kommt der Wind meist aus westlicher Richtung und bringt Regen mit sich. Der Regen schlägt durchweg an die gleiche Baumseite, an der sich infolge der vermehrten Feuchtigkeitszufuhr Moos bildet. Somit zeigt die moosbewachsene Seite der Bäume nach Westen. Auch an den Ästen eines freistehenden Baumes, deren Wuchs sich dem vorherrschenden Wind anpasst, sind die Himmelsrichtungen zu erkennen.
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Eine weitere Orientierungsmöglichkeit bietet eine Armbanduhr. Die Uhr ist so zu drehen, dass der Stundenzeiger genau zur Sonne zeigt. Eine gedachte Mittellinie zwischen der 12 und dem kleinen Zeiger gibt die Südrichtung an. Allerdings funktioniert dies nicht mit den heute weit verbreiteten Digitaluhren und bei verdecktem Himmel. Unabhängig von der Bewölkung und vom Sonnenstand ist der Kompass, der eine exakte Orientierung erlaubt. Der Gebrauch des Kompasses, die Einnordung von topografischen Karten und die Peilung im Gelände ermöglichten den Mädchen und Jungen genaueste Standortbestimmungen. In Anwendung des Gelernten schafften es daraufhin alle mit Hilfe von Karte und Kompass das Gelände auszukundschaften und einen vorgegebenen markanten Punkt zu finden.
Trotz des nasskalten Wetters waren alle Teilnehmer mit Begeisterung bei der Sache. In Erinnerung bleibt sicherlich auch das Versteckspiel im Wald, wobei nach entsprechender Vorgabe vom Ranger F. Grütz einige Jungs unter Ausnutzung der natürlichen Gegebenheiten nur sehr schwer wiederaufzufinden waren.