Eine Station in der Gemeinde Beckingen war auch ein Besuch der Erweiterten
Realschule Beckingen. Die Schüler der Klassen 10ma und 10mb befassen sich im
Unterricht gerade mit den Thema „Nationalsozialismus“ und waren betroffen von
den Berichten von Zeitzeugen, die den Holocaust überlebten.
So erzählte der aus Bryansk in Russland stammende Viktor Chramcov aus seinem
Leben. Sein Vater wurde an der Front erschossen. Seine Schwester Neli wurde mit
Kindern und Ehemann von den Nationalsozialisten erschossen, er selbst als Junge
von der Straße weg nach Deutschland zur Zwangsarbeit deportiert.
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Mehrmalige
Fluchtversuche misslangen. Die Gestapo steckte ihn in mehrere Gefängnisse und am
Schluss in das KZ in Dachau. Dort landete er zunächst in einem der
Versuchstationen für Malaria, Fleckfieber, Unter- und Überdruck sowie
Erfrierungsversuche. Diese Versuche überlebte niemand. Viktor hatte Glück und
wurde in einen Arbeitsblock verlegt. Was Victor Chramcov dort erlebt und gesehen
hat, erzählt er den Schülern mit erregter Stimme, zeigt Pläne des KZs und der
Baracken, Fotos von Leichenbergen, inhaftierten und gequälten Häftlingen.
Ja, er habe jeden Tag Angst um sein Leben gehabt. Ja, die Aufseher waren
wirklich so grausam, wie man es heute oft im Fernsehen und in Dokumentationen
sieht und liest, beantwortet er die Fragen der Schüler. Kurz vor der Befreiung
des Lagers durch die US-Armee führte die SS noch 6000 Menschen aus dem Lager und
brachte sie um. Viktor versteckte sich hinter den Leichenbergen und überlebte
so.
Nach Kriegsende fand er seine Mutter und die beiden Brüder Dmitri und Yevgeni in
Vilnius in Litauen wieder. Ja, er könne verzeihen, antwortete Viktor Chramcov
auf die Frage der Schüler. „Wir besuchen heute Deutschland, führen Gespräche,
auch mit Deutschen, die in Russland in Kriegsgefangenschaft waren und beide
Seiten lernen verstehen“, so Viktor zu den Schülern.