Die im Oktober 2000 gegründete freie Theatergruppe aus Weimar möchte Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und sechzehn Jahren eine gemeinschaftliche Stütze geben. Sie tritt bei ihren Tourneen ausschließlich vor Schülerinnen und Schülern auf und kann auf eine kontinuierlich erfolgreiche Bilanz zurücksehen. Waren es am Anfang nur wenige Schulen, die buchten, sind es jetzt mehrere Hundert Schulen in Thüringen und im gesamten Bundesgebiet, die als feste Standspielorte in Frage kommen. Diesmal wurde die Aufführung „Die Weiße Rose – Die letzte Stunde der Geschwister Scholl“ geboten. Es ist, so wie es beschrieben wird, kein Dokumentardrama, das die zum Schulstoff gehörenden Fakten, Daten mit Zitaten aus den Flugblättern, Tagebüchern und Briefen illustriert und damit was schon hinlänglich Bekannte nur in anderer Form an die Schüler präsentiert. Es geht vielmehr um die im Unterricht selten zu beantwortenden Fragen, nach dem einzelnen Menschen, seinem Leben, seinen Gedanken und Gefühlen, die ihn zum Aufstehen wider das Unrecht um ihn herum veranlassten.
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Mit dem Stück sollten den Schülerinnen und Schülern die historischen Figuren Sophie und Hans Scholl (dargestellt von den jungen Debütanten Nicole Pilzecker und Oliver Weber) den Menschen näher bringen und verständlich machen. Denn nicht nur das historische Wissen und philosophische Überzeugungen drängten die diese jungen Menschen als Widerständler in der NS-Zeit zum Handeln, sondern tief empfundenes Mitgefühl zu ihren Mitmenschen. Nachdem die Schule den Schülern die Fakten nahe gebracht haben, sollen sie mit dem jetzigen Stück auf emotionaler Ebene, gemäß den Worten von Antoine de Saint-Exupéry: „Nur mit dem Herzen sieht man gut“ (auch hier bezog es sich auf eine Rose), angesprochen werden. Historisch gesichert ist, dass Sophie und Hans Scholl (zusammen mit Christoph Probst) kurz vor ihrer Hinrichtung vom Wachpersonal die Erlaubnis erhielten, zusammen eine letzte Zigarette zu rauchen. Ob und was sie in diesen letzten Augenblicken ihres kurzen Lebens gesprochen haben, ist nicht überliefert, könnte sich aber so oder so ähnlich, wie in dem 2- Personen-Stück eindrucksvoll dargestellt, zugetragen haben.
Schüler und Lehrpersonal verfolgten die Aufführung, deren Inhalt sie bereits im Unterricht vorbesprochen hatten, sehr interessiert und werden ihn auch nachbereiten. Christiane Zobay, Mitarbeiterin des Kreisjugendamtes und Leiterin des Beckinger Jugendbüros, war erfreut über die Vorstellung, die wiederum die gute Zusammenarbeit zwischen dem Jugendamt und der ERS bewiesen habe.
(Quelle: Amtsblatt der Gemeinde Beckingen vom 2. März 2006)